Die Dauerblutkonservenwurst - Neues aus der Transfusionswurstologie

Das Institut für Transfusuonswurstologie präsentiert ein neues bahnbrechendes Paper.

In Zusammenarbeit haben die Institutschefs Prof. Jim Lancet und Prof. Urs Gnudnoff eine neue wissenschaftliche Glanzleistung elaboriert: Die Dauerblutkonservenwurst.

Der Name verspricht nicht zu viel, denn sie zeichnet sich durch sensationelle Haltbarkeit aus! Während die gängigen Erythrozytenkonzentrate bereits nach ca. 30 Tagen die Blutgrätsche machen, ist das neuste quasi marktreife Produkt unserer Forschungsstätten mindestens 60 Tage verwendbar.

Dauerblutkonservenwurst

Hier im Bild sieht man eine Dauerwurstkonserve der Blutgruppe A-Positiv. Deutlich sichtbar die angebrachten Verfallsdaten, welche noch nach herkömmlichen Protokollen stochastisiert wurden. (Anaesthesia Analgesia Vol. 103, No. 1, July 2006, S. 15ff)

Dauerblutwurstkonserve aufgeschnitten

Wie man hier sieht, ist die kalendarisch zwar abgelaufene Konserve noch von ausgezeichneter Qualität und Brauchbarkeit. Die weißen Wurstkörperchen haben sich jedoch zu Konglomeraten verfestigt und abgesetzt. Dies mindert die Verwendbarkeit der Blutmasse allerdings in keinster Weise.

Das genau Fertigungsverfahren ist selbstverständlich noch Geheimsache, das entsprechende Paper ist aber bereits im Review des Journal of internal medicine.

Der wahrscheinlich vollkommen überrumpelten Konkurrenz sei mitgeteilt, dass keine Haltbarmacher in Gestalt von Benzoesäure, Nitrite, Plutonium oder Holzschutzmittel Verwendung finden.

Jede Konserve hat einen HB von 17g/dl und dürfte somit sogar an der Tour de France teilnehmen! Spanische Radrennställe haben allerdings schon betreffend der Machbarkeit deutlich höher konzentrierter Konserven angefragt. Hier möchte das Kuratorium jedoch einmündig verlautbaren, dass es sich gänzlich der Wissenschaft verschrieben hat und insbesondere mit dem Hochleistungsdoping nichts am Doktorhut hat!

Cent Saucisses - Grillschlösschen Friedrichs II.

Wiederentdeckung - Wiederbelebung - Wiedereröffnung

Jahrhundertelang galt es als zerstört, vergessen, für immer verloren: Schloss "Cent Saucisses", das sagenumwobene Grillschlösschen Friedrichs II. von Preußen.

FeuerbohrerHier, so die Legende, soll seine legendäre Tafelrunde um den Grill gesessen haben. Hier schnitt Hagen Excaliwurst aus dem Heiligen Schwein - dies hatte vor ihm noch keiner geschafft. Hagen wurde so zum Vorgänger unserer heutigen Grillpriester. Hier wurde bis zum November des Jahres 800 auf Geheiß Karls des Großen die Heilige Vorhaut aufbewahrt und verehrt.

Hier spaltete Otto Hahn erstmals ein Eierbrikett und entwickelte später in Zusammenarbeit mit Julius Robert Oppenheimer den Thermonukleargrill. Die Idee wurde später von unverbesserlichen Pazifisten verworfen, die Pläne des Grills galten bis vor kurzem als verloren. Prof. Monteblanco beim Survival-TrainingForscher des Fachbereichs Grillwissenschaften entdeckten sie in Cent Saucisses unter Ascheresten in der Küche und arbeiten derzeit am Thermonukleargrill 2.0.

Beim Survivaltraining für seine Ausgrabungen auf La Tourette stolperte Prof. N. Monteblanco im Wald über die Überreste eines steinzeitlichen Feuerbohrers. Beim Graben mit bloßen Händen konnte er innerhalb kürzester Zeit den Westflügel von Cent Saucisses mit seinen marmornen Grillsalons und dem Spiegeleier-Saal freilegen. Den Rest hätte er auch noch geschafft, musste aber zum Mittgessen unterbrechen.

Ausgrabungen am Schloss Cent SaucissesBei der Fortsetzung der Grabung am nächsten Tag, bei der auch Prof. Dr. mett. Dr. bar. b.q. h.c. Alsicetta und der Rektor Prof. Gnudnoff Hand anlegten und einige der Studenten des FB Grillwissenschaften mit aushalfen, konnten dann der Ostflügel, Stallungen für das Schlachtvieh, das Hauptgebäude, die Krypta, Sanctuarium, der Heilige Hain, Presbyterium, Aquarium und Malefizium ans Tageslicht befördert werden.

Die Arbeitswut der Ausgräber kannte kein Ende. Am dritten Tag musste im wesentlichen nochmal nass durchgewischt werden, und schon stand der Wiedereröffnung nichts im Wege.

Prof. Alsicetta nahm das Grillschlösschen, stellvertretend für die Universität Styrum und den dorthin übergesiedelten FB Grilwissenschaften, in Besitz mit den Worten: "Vivat, vivat, vivat - Cent Saucisses!"

Ein ausgiebiges Barbecue folgte.

Cent Saucisses - Grillschlösschen Friedrichs II. von Preussen

Institut für Grillrituale

Science-Day am Institut für Grillwissenschaften!

Dr. DreischfeldDr. g. C. feu. Bernd Dreischfeld beim Beginn des Grillrituals. Das traditionelle Angrillen am Institut für Grillwissenschaften und Tschewaptschik begann dieses Jahr mit einem ganz besonderen Schmankerl, das Prof. Dr. mett. S: Alsicetta et. al. in den letzten Monaten recherchiert und vorbereitet hatten (im Bild links Dr. g. C. feu. Bernd Dreischfeld beim Beginn des Grillrituals).

Anheizen

Man wollte (freilich mit modernen Mitteln und unter Berücksichtigung aller denkbaren hygienischen Vorschriften) das Angrillritual zelebrieren, wie es aus Väter- und Vorväterzeiten überliefert wurde, und wie es wohl vor Jahrtausenden schon auf dem "Altar der Winde" praktiziert wurde. Der Name "Altar der Winde", so legen unsere aktuellen Recherchen nahe, rührt von der vornehmlichen Sorge her, dass der Wind günstig stehen möge. Er war zu Zeiten der Grillpriester der größte Feind und höchste Verbündete des Grillpriesters: Stand er schlecht, konnte er die Hütte verqualmen, den Nachbarn erzürnen, hungrige Verwandte auf den Plan rufen, Indianer auf den Kriegspfad locken oder gar Regenwolken mit sich bringen. Stand er aber günstig, so verflüchtigte er den Qualm, der unweigerlich beim Anlassen des Feuers entstand, und versorgte die Glut mit frischem Atem, so dass das Feuer bald aufbordete und infrathermes Kochen ermöglichte.

Die Grillpriester bei den Vorbereitungen

Das Kochgerät wurde nachweislich nach dem Grillen grundsätzlich nicht gereinigt. Wozu auch? Im vorfeuerzeuglichen Zeitalter musste man einfach immer weiter grillen; wenn das Feuer ausging, war meist das Überleben der ganzen Sippe akut gefährdet. Da man aber zur Zeit der Mammutjäger nachweislich noch keine Tiefkühltruhen kannte, war es höchstens möglich, ein Mammutsteak für 10.000 Jahre in einer kleinen Eiszeit einzufrieren. Leider war der Abtautermin nicht genau vorher zu sagen. Dem heutigen Grilllologen blutet das Herz, allein wenn er daran denkt, wieviel wertvolles Hüftsteak in diesen Jahren vergammelt weggeworfen worden ist.

Alsicetta mit SpiessDa über die Tage vom Prä- bis zum Nachjul nicht gegrillt wurde, wurde Anfang Lenz immer aufs neue feierlich angegrillt.

Hier sieht man Professor Alsicetta mit einem kleinen portablen Grillmeiler beim Feuerentfachen auf dem freien Felde. Es war hierzu aus Authenzitätsgründen nötig, eine Waberlohe einzufangen. Im Hintergrund der Dienstwagen des Instituts.

Die Glut ist mittlerweile in den Großgrill gelangt. Wichtig zu erwähnen noch, dass unbedingt eine Handvoll Asche vom Vorjahr aufgehoben werden muss.

Im Bild rechts sieht man Professor Alsicetta mit einem blutjungen und frisch gerupften Tapyr-Frischling. Er trägt zur Wahrung der Authenzität die dunkelblaue Robe der Grillpriesterschaft. Darunter kann man noch das purpurne Untergewand der Feuermacher sehen, das er noch von den Feuerweihe-Ritualen trägt. Im Gürtel das noch blutige Schlachtermesser. Es wird nachher über dem Feuer gereinigt. Das stinkt zwar bestialisch, reinigt aber wirklich.

Sauber resizierte Hufe am TapyrkükenZuerst wird der ausgenommene und gerupfte Tapyr-Frischling mit Pastinakengagout gefüllt. Dieser wird nach wenigen Minuten betonhart, ist dabei aber sehr leicht und keinesfalls durch Beton adäquat zu substituieren! Diese Füllung hält später den Spieß schön mittig im Leib des Grillates. Daraufhin werden die Hufe sauber mit einem Schlag abgetrennt, sie dienten bis zur Fixation auf dem Spieß als Griff. An solchen Details erkennt man die professionelle Recherchearbeit des Teams um Alsicetta.

Tapierkalb_gerupft

Hier sieht man das Tier noch einmal in aller Pracht. Die Haut muss nun ein paar Minuten vor sich hin trocknen, damit der Aschebewurf besser haftet. Dazu bepudert der Priester das Opferstück mit der geretteten Asche aus der vorherigen Grillsaison und erreicht dadurch eine symbolische Bindung zu seinen Vorfahren. Man könnte auch andere Überreste vorheriger Grillfeste bis hin zu Fäkalien oder fettiges Einmalgeschirr nehmen, aber wir geben unseren Vorfahren Recht: Die Sache mit der Asche ist zwar sentimentaler Blödsinn, aber eine nette Geste gegen die Kreatur.

Alu schmilzt und verbrenntHier sieht man wie das Grillat bereits in die Esse eingebracht wurde. Das frühmorgenstundliche gewissenhafte Anfachen hat sich wirklich gelohnt: Der Grill brennt unglaublich heiß. 109.300°A auf der erweiterten, relativen Steve-Ausage-Grilltemperaturkurve wurden gemessen - wir konnten es selbst kaum glauben. Leider schmilzt (per definitionem) bei 80.001°A einfaches Aluminium und verbrennt. Zum Glück ist der Kern des Feuers so sauerstoffarm, dass wir keine Verpuffung befürchten mussten (wie bei der großen Wurst-Con im letzten Frühjahr - Rektor sei Dank!)

Und da ist dieses dumme kleine Alublech auch schon verbrannt. Nächstes Jahr nehmen wir wieder Asbest und Schamott. Soviel steht fest.

Kürschnerantrieb

Hier sehen wir noch einmal den ganzen Aufbau: der Spieß, zwischen zwei vergoldeten Widerlagern eingehängt, rotiert mit exakt 900° pro Minute um seine "Horizontalachse". Dies wird durch den an der Universität Styrum vor längerer Zeit entwickelten, bewährten und schon mehrfach verbesserten Kürschnerantrieb gewährleistet. Vereinfacht gesprochen, bildet die Rotationsfrequenz und die Oberfläche des Grillates die Richtkonstante. Die Hitze, die eingebracht wird, kann vom Grillator manuell verändert werden.

Ein Zusammenhang von e=cm² ergibt sich mit der Oberfläche des Grillates in cm² (SI-Einheit) und E=ins Grillgut eingebrachter Energie. Die Rotationsgeschwindigkeit kann als Linearfaktor eingebracht werden. Einstein scheint uns Recht zu geben.

Rotating BroilerHier sieht man das Grillat vor sich hin rotieren. 60 Bogenminuten (exakt an der Sonnenuhr abzulesen) später hat das Grillat 54.000° Rotation hinter sich, bei 109.300°A bedeutet das ein anzunehmendes Energieverhältnis von 2°/1°, bzw einen Minzmiet-Faktor von 0,5 der mit der Hubble-Konstanten in die Formel eingeht. Der vorausberechnete Garzeitpunkt ist somit erreicht, das Grillgut kann aus der Esse genommen werden.

Fernpinsel

Per Fernpinsel wird das Tapyrküken mit Met eingerieben. Met galt ja in der Altvorderenzeit als Göttertrunk. Wir nehmen an, dass die Götter auf diese Weise an dem Prozedere teilhaben konnten. Aufgrund der unvorstellbaren Hitze an der Esse verwendet Alsicetta ein nach altem Vorbild nachgebautes Grillzepter mit Tapyr-Nackenborsten, die sehr Hitzefest sind.

Das nun fertig gegarte und vom Spieß befreite Opfertier (Bild unten) wird vom Hohepriester alten Überlieferungen zufolge mit den Worten angeschnitten: "Gelebt hast Du, und zu neuem Leben verhilfst Du uns". Es ist dabei dringend notwendig, dass das Messer die Größe des Opfertieres erreicht oder übertrifft.

Tapyrkuken gar - opferbereit

Über das feierliche Tranchieren und die dabei zu beachtenden Rituale berichet demnächst:
Ihr Prof. Alsicetta vom Institut für Grillrituale

Ächtung des Jägerschnitzels und Einführung des Sammlerschnitzels

Der Fachbereich Grillwissenschaften hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet der Fleischindustrie die Stirn. Das Bild eines rohen fleischfressenden Jägers passt einfach nicht mehr in die heutige Zeit - viele Vegetarierinnen werden uns da zustimmen.

Mit dem heutigen Tag spricht die Universität Styrum eine Ächtung des Jägerschnitzels aus.
An seine Stelle tritt das Sammlerschnitzel.

Um diesen Wandel in der Welt des Fleisches schon im Sprachgebrauch unsere lieben Kleinen zu verankern, hat sich das Referat Pressearbeit etwas ganz Besonderes einfallen lassen:
Zum Sammlerschnitzel gibt es das passende Schnitzel-Sammelalbum. Auf spielerische Weise werden die Kinder so durch das Sammeln und Aufkleben ihrer Lieblingschnitzel an die Vielfalt der Möglichkeiten in der Verarbeitung unserer borstigen Freunde herangeführt. Diese Idee ist doch preisverdächtig!

Download des Schnitzelalbums (zum Einkleben und Sammeln)

Schnitzelalbum

Zum Nachbestellen von Schnitzeln schicken Sie bitte im Tausch Ihr Lieblingsschnitzel an den Rektor (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Sie erhalten dann Ihr persönliches Sammlerschnitzel zum Einkleben.

Institut für Koch- und Kulturwerkzeuge

Romulus und Remus mit MamaDen Römern war zu Zeiten von Romulus und Remus (s. Abb. rechts) die Verwendung von Essgeschirr gänzlich unbekannt! Das verblüfft nicht weiter, schließlich hatten sie von ihrer Wolfsmutter alles, nur nicht Kochen lernen können. Nicht einmal Sprechen. Die lateinische Sprache wurde, das weiß jeder Pennäler, von Cicero (s. Abb. links) erst Jahrhunderte später erfunden. Bis zu diesem Zeitpunkt unterhielt man sich in einem Dialekt der "Grunz" hieß, aber das nur am Rande.

CiceroSchon bald blühte in Rom das kultische Götzenwesen auf, und die Götter forderten von den Römern Kultgefäße in jeder Farbe und Facon. Schon nach kürzester Zeit waren mehr Römer mit dem Fertigen von Kultgeschirr befasst, als zum Beispiel in Afghanistan mit dem Knüpfen von Teppichen. Eines Tages legte ein solcher Töpfer, Gaius Tassus, sein Pastinakenragout in ein solches Gefäß. Er wollte es zwar nicht entweihen, aber da die Römer zu diesem Zeitpunkt wie erwähnt noch kein Geschirr hatten, wollte er es ja auch nicht den ganzen Tag in den Händen halten. Um seine frevlige Tat zu verdecken, so lassen es die Quellen uns wissen, legte er einen Deckel auf das noch ungebrannte Gefäß. Ein anderer Töpferei-Arbeiter schob den ungebrannten Tonbehälter in den Brennofen, und schon bald erfüllte die Töpferei der Wohlgeruch von gebratenem Pastinakenragout. Da die Römer die Pastinaken bis dahin immer nur roh gegessen hatten, ein Geschmackshorror wie wir ihn uns heute gar nicht mehr vorstellen können, waren sie um so erfreuter über diese neue Entdeckung.

Der Römertopf war erfunden.

RömertopfLeider kündigten die Hohenpriester großes Unglück für die junge Nation an, aber die Römer wollten ihre neue Erfindung nicht mehr hergeben. So erfanden sie kuzerhand das Menschenopfer und protzige Marmorstatuen.

Jahrhunderte später, zur Zeit der ersten Tonkrise entdeckte dann ein Nachfahre von Gaius Tassus, dass man Römertöpfe auch mehrmals verwenden konnte, und dies führte unglücklicherweise zum Zusammenbruch der Vorherrschaft der Töpferei-Innung und zum Aufkommen der Cäsaren.

Über das Pastinakenragout muss noch gesagt werden, dass es praktisch mit der Entdeckung der Kartoffel in Kolumbien von der Bildfläche verschwand, und da in Norditalien eh die Teutonen hausten, die sowieso Pastinaken für ungenießbar hielten, wurde es alsbald von Bratkartoffeln mit Speck verdrängt und vergessen.

Literaturhinweis:
"Das Pastinakenragout gestern und heute", L. Etal et. al., Styrum 1885, www.pastinakenragout.de