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Fahnen auf Halbmast an unserem Institut!
Ursache ist der plötzliche Tod einer Karotte, die vom Institut für Bommelkunde seit zwei Monaten betreut wurde. Vorstellungsgrund war ein leichter Diabetes mit beginnender Angiopathie. Hier die Möhre bei Erstvorstellung (Abb. 1). Sieht man dieses Bild, kann man die Gefühle des chirurgischen Stabes um Marienheimer verstehen. "Die Möhre ist auf dem Tisch geblieben". Dieser wohlwahre Satz aus der chirurgischen Fachsprache ist hier doppelt richtig, denn schon nach zwei Monaten lag die Möhre immer noch auf unserem Tisch und war nun leider wahrhaft kein junges Gemüse mehr. Da machten sich Zeichen eines progredienten Gefäßverschlusses bemerkbar.
Zu unserem großen Entsetzen mussten wir feststellen, dass große Teile der PAVK-Gebiete mit Lattenrost befallen waren. Wir befürchteten ein Ausbrechen einer großen Lattenrostepidemie. Daß der gemeine Lattenrost die Artengrenze überschritten hat, wäre eine Hiobsbotschaft für die Gemüse-Medizyn. Wir gehen von einer besonders agressiven Serogruppe aus - von daher danken die männlichen Kollegen auf Knien, daß Marienheimer die verantwortungsvolle Aufgabe übernahm. OP-Bericht21:50h: Das OP-Team ist noch guter Dinge (links im Bild unser Rektor Gnudnoff, Abb. 3). Um 22°° SGT erfolgte der erste Schnitt, die Möhre war stabil und voll relaxiert. Schon bald nach Beginn der Präparation mussten wir feststellen, dass die Amputationsgrenze mehr als 2/3 des Gesamten Fruchtkörpers betroffen hätte. Marienheimer versuchte es trotzdem aufgrund der ohnehin infausten Prognose. Wegen eines atypisch liegenden Rukula-Ganglions (welches ebenfalls befallen war) brach gegen 01:30h die Möhrenperistaltik plötzlich zusammen. Ein selbständiges Stillen der Möhrensaftverluste war nicht mehr zu hoffen. Marienheimer bestellte noch 2 Karottensaftkonzentrate, die aber wegen fehlenden Pulses der Rukula-Spezies ohne Kreuzreaktion gegeben wurden. Etwa 20 Minuten später zeigten sich überall auf der Möhre petechiale Blutungen, der Schockzustand trat ein, Kreislaufversagen. Um 3°° stellten wir das Reanimieren ein. Während das total ausgezehrte OP-Team (Abb. 4) in den Feierabend geschickt wurde, stellte Prof. Gnudnoff den Totenschein aus und besprach alles weitere mit den Angehörigen.
(Prof. Gnudnoff) |
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