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Institut für Moritziaden und Balladen von Kurt dem Kurzen bis heute

Dieses Institut setzt sich mit lokal orientierter und spezifischer Styrumologie auseinander. Da der Leiter Prof. Dr. locus styrum. Francesco Firlati der erste war, der je auf diesem Gebiet promoviert hat, sei an dieser Stelle das Thesenblatt seiner Dissertation in Versform wiedergegeben.
Seine Promotionsurkunde kann hier eingesehen werden.

Nachfolgend ist das Semestergedicht abgedruckt (für eine Übersetzung bitte nach unten scrollen). Bitte reichen Sie Ihre Interpretation bis spätestens 14. Februar, also zum Ende der Vorlesungszeit ein! Mögliche Sprachen für diese Arbeit: Deutsch, Englisch und Gwendoranto.

Halma - ein Almtraum

(irgendwie Heinz Ehrhardt gewidmet)

Ich liebte einst auf einer Alm
einen schlanken grünen Halm.
Er bog sich sanft durch Wind und Wiese
wie andre auch. Doch mehr als diese
entflammte er mein armes Herz
in jenem Jahr etwa ab März.

Ich unterhielt mich gern mit ihm,
erst allgemein, dann mehr intim.
Und merkte bald, der Halm, die Schelmin,
war in Wahrheit eine Hälmin,
weshalb sie alle Grasverwandten
sinnigerweise Halma nannten.

Sie lebte hier mit Mann und Kindern
lebensgefährlich unter Rindern.
Verstümmelungen waren chronisch,
man liebte sich nur noch platonisch.
Trotzdem war Halma sehr erschreckt,
als ich ihr meine Glut entdeckt’.

Es half keine Flehen und kein Jammern,
ich durfte diesen Halm nicht klammern.
Sie könne sich noch nicht entscheiden,
ich sollt’ die Alm sechs Wochen meiden.
Die Frist wurde mir jäh zum Frust
so zwischen Juli und August.

Ich träumte, der, den sie besessen,
ward von einer Kuh gefressen,
einschließlich aller Kinderlein,
und wir zwei wären allein.
Endlich war die Frist vergangen,
ich stieg hinauf mit leichtem Bangen.

Und sah von weitem schon die Alm
nicht ganz klar vor lauter Qualm.
Mein Bangen ließ mein Herz erbeben,
ich wusste, ich lief um ihr Leben
und stürzte hoch und vor ihr nieder
und stammelte nur immer wieder:

„Ich glaube, dass du Hilfe brauchst,
ich wusste gar nicht, dass du rauchst.“
Das war sehr blöd und ungeschickt,
denn sie war schon tief geknickt.
Die Hitze hatte sie geschafft,
sie flüsterte mit letzter Kraft:

„Schön dich zu sehen, eh’ ich verkohl,
so leb denn wohl!“
Kaum war sie für mich entflammt,
war sie zum Untergang verdammt.

Rasch nahm ich was von Halmas Asche
für ihre Urne in die Tasche
und schämte mich nicht meiner Tränen.

Es bleibt mir nur noch zu erwähnen:
Die Flammen kein Erbarmen kannten,
all ihre Verwandten brannten.

Sie haben mich noch drum gebeten,
das Feuer ringsum auszutreten,
was mir nur lückenhaft gelang,
weil ich vor Hitze ziemlich sprang
und kaum was sah vor lauter Dunst
aus Halmas großer Feuersbrunst.

Die ganze Alm machte sie brünstig
nach Feuer, denn der Wind stand günstig
Schon länger loderte der Senner,
er war ein echter Dauerbrenner.
Dann griff es über auf die Hütte,
die da stand in Sennenmitte.

Zur rechten Zeit fand ich dorthin
und rettete die Sennerin.
Daraus entstand eine Beziehung
als Dankeschön für die Bemühung.
Doch fehlte ihr die Feuerkraft,
die wohl nur ein Grashalm schafft,
der sich in Liebesglut verzehrt:
Kein Mensch ist solcher Liebe wert!

Moral:
Der Kluge liebt aus manchen Gründen
nicht Dinge, die sich leicht entzünden!

Halma in Alpendralma

(somehow Heinz Ehrhardt dedicated)

I loved once on a Alm
a slim green stem.
It bent itself gently by wind and meadow like andre also.
But more than this
inflamed it my poor heart
in that year approximately starting from March.

I conversed gladly with him,
only generally, then more intimately.
And noticed soon, the stem, the Schelmin,
was in truth a Haelmin,
why they called all grass-related
trefflicherweise Halma.

It lived here with man and children
lethal under cattle.
Mutilating were chronic,
the pair of stems loved themselves Platonically.
Nevertheless Halma was very much frightened,
when I my glow discovers it.

It did not help Flehen and no Jammern,
I was allowed this stem to clasp.
It cannot decide yet,
I is the Alm six weeks to avoid.
The period became me suddenly the grind
in such a way between July and August.

I dreamed, that, her possessed,
ward about a cow eaten,
including all child flax,
and we two were alone.
Finally the period had passed,
I rose up with easy fearing for.

And already the Alm
saw not completely clear before loud smoke from far.
My fearing for left my heart hereditaryeven,
I knew, I ran around its life
and fell highly and before it down
and stammelte only again and again:

Ich does not believe that you need assistance,
I knew at all that you smoke.
That was very bloed and awkward,
because she was already deeply broken.
The heat had created it,
whispered it with last strength:

Schoen you to see, eh. I char,
then probably live!.
It had hardly inflamed it condemned for me,
was to the fall.
The whole Alm made it bruenstig after fire,
because the wind stood favorably
and seized over on the hut,
stood there in Sennenmitte.

Rapidly I took which from Halmas ash
for their urn into the bag
and was not ashamed not my tears.

It remains mentioning me only:
The flames no pitying knew,
I saw as the relatives burned.

They still asked me drum to withdraw the fire all around
which succeeded to me only incompletely,
because I jumped before heat
rather and hardly which loud vapor saw
conflagration large from Halmas before.

I wankte then to the hut and saved the Sennerin.
From this a relationship developed
as thank beautiful for the effort.

But you were missing the firepower,
which probably only one blade of grass creates,
which verzehrt itself in dear glow:

No humans are worth to such love!

Moral:
The intelligent one does not love things, which catch fire easily for some reasons!

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