FB Grillwissenschaften

Institut für Koch- und Kulturwerkzeuge

Romulus und Remus mit MamaDen Römern war zu Zeiten von Romulus und Remus (s. Abb. rechts) die Verwendung von Essgeschirr gänzlich unbekannt! Das verblüfft nicht weiter, schließlich hatten sie von ihrer Wolfsmutter alles, nur nicht Kochen lernen können. Nicht einmal Sprechen. Die lateinische Sprache wurde, das weiß jeder Pennäler, von Cicero (s. Abb. links) erst Jahrhunderte später erfunden. Bis zu diesem Zeitpunkt unterhielt man sich in einem Dialekt der "Grunz" hieß, aber das nur am Rande.

CiceroSchon bald blühte in Rom das kultische Götzenwesen auf, und die Götter forderten von den Römern Kultgefäße in jeder Farbe und Facon. Schon nach kürzester Zeit waren mehr Römer mit dem Fertigen von Kultgeschirr befasst, als zum Beispiel in Afghanistan mit dem Knüpfen von Teppichen. Eines Tages legte ein solcher Töpfer, Gaius Tassus, sein Pastinakenragout in ein solches Gefäß. Er wollte es zwar nicht entweihen, aber da die Römer zu diesem Zeitpunkt wie erwähnt noch kein Geschirr hatten, wollte er es ja auch nicht den ganzen Tag in den Händen halten. Um seine frevlige Tat zu verdecken, so lassen es die Quellen uns wissen, legte er einen Deckel auf das noch ungebrannte Gefäß. Ein anderer Töpferei-Arbeiter schob den ungebrannten Tonbehälter in den Brennofen, und schon bald erfüllte die Töpferei der Wohlgeruch von gebratenem Pastinakenragout. Da die Römer die Pastinaken bis dahin immer nur roh gegessen hatten, ein Geschmackshorror wie wir ihn uns heute gar nicht mehr vorstellen können, waren sie um so erfreuter über diese neue Entdeckung.

Der Römertopf war erfunden.

RömertopfLeider kündigten die Hohenpriester großes Unglück für die junge Nation an, aber die Römer wollten ihre neue Erfindung nicht mehr hergeben. So erfanden sie kuzerhand das Menschenopfer und protzige Marmorstatuen.

Jahrhunderte später, zur Zeit der ersten Tonkrise entdeckte dann ein Nachfahre von Gaius Tassus, dass man Römertöpfe auch mehrmals verwenden konnte, und dies führte unglücklicherweise zum Zusammenbruch der Vorherrschaft der Töpferei-Innung und zum Aufkommen der Cäsaren.

Über das Pastinakenragout muss noch gesagt werden, dass es praktisch mit der Entdeckung der Kartoffel in Kolumbien von der Bildfläche verschwand, und da in Norditalien eh die Teutonen hausten, die sowieso Pastinaken für ungenießbar hielten, wurde es alsbald von Bratkartoffeln mit Speck verdrängt und vergessen.

Literaturhinweis:
"Das Pastinakenragout gestern und heute", L. Etal et. al., Styrum 1885, www.pastinakenragout.de
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