Medizynische Fakultät

Institut für bildgebende Verfahren

RöntgenDas Institut für Bildgebende Verfahren hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein weit verbreitetes Missverständnis der heutigen Zeit aufzuklären. Dabei geht es um den Begriff des "Röntgenbildes"

Falsch ist die Annahme, ein Röntgenbild sei das Produkt rein physikalisch-chemischer Vorgänge ohne jeden künstlerischen Anspruch Es handelt sich dabei vielmehr um eine Technik zur Herstellung von Portraits oder Aktausschnitten, jeweils der Technik der jeweiligen Künstlergeneration angemessen.

Die Bezeichnung geht zurück auf den deutschen Physiker W. C. Röntgen, der diese revolutionäre Methode erfand. Links ist ein frühes Selbstportrait im obliquen Strahlengang zu sehen. Es handelt sich um eines der ersten "Röntgen-Bilder". Der Wert des Röntgenbildes hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Obwohl Wilhelm Conrad Röntgen, der erstmalig diese Gestaltungstechnik anwandte, schon längst tot ist, erfreut sich seine Kunst noch besonderer Beliebtheit. Aber einen Picasso würde man ja auch nicht wegwerfen, nur weil P. Picasso tot ist, oder?

Kommen wir zur Neuzeit.

schadel_pa2Rechts zu sehen ist ein im Stile von W.C. Röntgen angefertigtes Portrait im anterior-posterioren Strahlengang.

Wir klären hiermit ein altes Missverständnis auf:
Dies ist kein Röntgenbild, sondern eine bestenfalls gut gemachte Imitation. Der Verfasser muss so von seinem Werk eingenommen gewesen sein, dass er es signierte. Man kann daher nicht im eigentlichen Sinn von einer Fälschung sprechen.

Eindeutig erkennt man die Weiterentwicklung im Vergleich zum frühen Röntgenbild oben links: Ausgefeiltere Abbildungstechnik, präzisere Pinselführung, gesteigerte Abstraktionsfähigkeit, die in ihrer Ausprägung geradezu kubistische Züge annimmt. Neu hinzugekommen ist die Abbildungsvariation im lateralen Strahlengang (unten).

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